Es ist sattsam bekannt, dass der Spenderfranken nicht mehr als Franken den Hilfebedürftigen irgendwo in Afrika erreichen kann. Gleiches gilt für Kleider. Kleider erreichen ohnehin den Hilfebedürftigen nicht als Kleider, sondern sie werden zu 55 Prozent als Second-Hand-Ware verkauft, 35 Prozent werden als Rohstoff verwertet und 10 Prozent sind Abfall. Somit kommt aus der Kleiderspende nur das auf den Hilfsweg, was von Texaid nach Abzug der Eigenkosten an die Hilfswerke geht, und auch hier fallen Unkosten an. Das darf niemanden mehr beunruhigen.
Was an diesem “Kassensturz”-Beitrag hingegen ungewöhnlich war: Die souveräne Fragenbeantwortung durch Kurt Sutter, den Verwaltungsratspräsidenten von Texaid. Sutter, Jurist, früher beim Generalsekretariat des Schweizerischen Roten Kreuzes in Bern tätig, argumentierte ruhig und überzeugend. Ein Lehrstück für gute Medienarbeit. Vorbildlich auch die offene Darlegung auf der Website von Texaid. Man sollte einmal die Transparenz der Hilfswerke einem Ranking unterziehen, so wie die Finanzanalysten die Geschäftsberichte der Unternehmen einstufen.









