Die Invalidenversicherung schickt Patienten, wenn die Fälle unklar sind, zu einer medizinischen Abklärungsstelle, Medas genannt. Diese Stellen treten unabhängig auf und nehmen eine Gutachterfunktion wahr. Nun wurde im Kassensturz-Beitrag just diese Unabhängigkeit kritisiert, einmal mehr. Gestützt auf die Aussagen einer Studie, die Staatsrechtsprofessor Jörg Paul Müller darlegte, werden Zweifel an der Unabhängigkeit geäussert und an einzelnen Fällen auch belegt. Kritisiert wurde vor allem, dass Untergutachten ohne Rücksprache mit den Erstellern dieser Untergutachten anders übernommen wurden. Das führte zu erheblichen Reduktionen von IV-Beiträgen. “Kassensturz kennt 21 weitere Beispiele”, heisst es auf der Website des Kassensturz. Das Bundesverwaltungsgericht hat der Kritik schon Recht gegeben.
Am stärksten unter Beschuss war das Begutachtungsinstitut ABI in Basel, die grösste Medas-Stelle in der Schweiz. Dessen Chef, Simon Lauper, konnte im Beitrag Stellung beziehen – das half allerdings wenig. Die Skepsis blieb, sie verstärkte sich noch. Seit einigen Jahren läuft ein Rechtsstreit zwischen ABI und dem Kassensturz. Da fragt man sich natürlich auch, ob das Fernsehen noch unabhängig berichten könne.
Die Kritik an Medas ist alt. Man konnte schon im Beitrag von Lukas Häuptli in der NZZ am Sonntag vom 12. Oktober 2008 verschiedene kritische Statements lesen. Das Schlimme: ändern tut sich nichts!






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