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Kassensturz vom 1.12.2009: Briefkasten-Posse

Dezember 1st, 2009 · 3 Kommentare

Wehe, wenn dem Pöstler der Briefkasten nicht gefällt. Denn Ordnung muss sein, vor allem bei der Post. Eine Briefkasten-Verordnung mit vielen Ausnahmen schreibt alles genau vor. Dies bekam eine Familie aus Bern zu spüren.

Sehr schön geschildert wurde ein Fall in Zäziwil im Emmental, wo ein echter amerikanischer Briefkasten aufgestellt war. Dieser Kasten werde nicht toleriert, sagten zwei Postbedienstete, die aus Bern angereist kamen.

Entscheidend für die Post sind die Vorgaben der Postverordnung (VPG, Stand per 1.7.2009) zum Hausservice. Zu dieser VPG hat das UVEK als zuständiges Departement wieder einen Erlass geschrieben, nämlich die Verordnung des UVEK zur Postverordnung (Stand per 7.7.1998), wo in Abschnitt 3 die “Briefkasten und Zustellanlagen” behandelt sind. So heisst es in Artikel 11:

“Der Briefkasten ist an der Grundstücksgrenze beim allgemein benutzten Zugang zum Haus bzw. zur Häusergruppe aufzustellen. Sind aufgrund dieser Vorschrift verschiedene Standorte möglich, so ist derjenige zu wählen, der am nächsten zur Strasse liegt.”

Artikel 10 gibt vor: “Für die Zustellung von Postsendungen muss auf Kosten der Erstellerin oder des Erstellers ein frei zugänglicher Briefkasten mit einem Brief- und Ablagefach oder eine frei zugängliche Zustellanlage eingerichtet werden.”

Glücklicherweise ist in Art. 14 noch der gesunde Menschenverstand eingebaut:

Von den Standortbestimmungen kann abgewichen werden, wenn: a. der Empfängerin oder dem Empfänger der Weg vom Haus bis zum vorgeschriebenen Standort aus besonderen, in der eigenen Person liegenden Gründen nicht zuzumuten ist; b. bei schutzwürdigen Bauten mit Rücksicht auf die Ästhetik ein anderer Standort angezeigt ist; c. der Mehraufwand für die Postzustellung vertretbar ist.” Das Gesuch für die Bewilligung einer Ausnahmebewilligung ist bei der Bestimmungspoststelle einzureichen.

In Zäziwil muss vorläufig die Post im Postfach abgeholt werden. Da ist der gesunde Menschenverstand noch nicht aufgetaucht.

Tags: "Kassensturz"-Beiträge

3 Kommentare ↓

  • 1 Rösti Peter und Hilde // Dez 1, 2009 at 14:57

    Grüezi Herr Kassensturz
    Das kommt gerade zur rechten Zeit. Auch wir hatten heute Besuch von der Post Murten, betreffend unserem Briefkasten, der nicht am richtigen Platz steht, weil der Pöstler ca. 5 m laufen muss (für zwei Briefkästen). Dieser Besuch wurde mit etwa einer 30 minütigen Diskussion, ohne Ergebnis, beendet.
    Wir sind gespannt auf Ihren Bericht von heute Abend.
    Freundliche Grüsse
    P. und H. Rösti

  • 2 P. Rösti // Dez 1, 2009 at 21:22

    Grüezi Herr Kassensturz
    Das kommt gerade zur rechten Zeit, auch wir hatten heute Besuch von der Post Murten, betreffend unserem Briefkasten, der nicht am richtigen Platz steht, weil der Pöstler ca. 5 m laufen muss (für zwei Briefkästen). Dieser Besuch wurde mit etwa einer 30-minütigen Diskussion, ohne Ergebnis, beendet.

    P.S.: Auch bei uns steht vis-à-vis ein öffentlicher Briefkasten den er sowieso nur zu Fuss erreichen kann und muss.

    Freundliche Grüsse
    P. Rösti

  • 3 Siegfried Oldenburg // Jun 14, 2010 at 11:31

    Gruezi Kassensturz.
    Seit vielen Jahren habe ich einen US-Mail-Briefkasten. Mit diesem Briefkasten hatte ich und auch unser Postzusteller bisher keinerlei Probleme.
    Heute nun erhielt ich einen eingeschriebenen Brief des Leiters der Betriebsorganisation der Post Wil in dem verlangt wird dass bis am 15.7.2010 ein Briefkasten nach schweizer Postnorm erstellt werden muss. Hat die Post keine anderen Probleme als einen Paragraphen-Reiter und Pedanten loszusenden und sich um künstlich erzeugte Probleme zu kümmern, die für ca. 310 Millionen US-Bürger kein Problem sind ?
    Die beste Lösung dieses First-Prorität-Problems, wäre solche Betriebsorganisatoren zur Verbesserung der Pünktlichkeit der Postzustellung einzusetzen, falls sie dazu fähig sind, woran ich erhebliche Zweifel habe. Eine kostengünstige Alternative wäre auch, solche Leute einfach entlassen. Leider belasten sie dann aber unsere Arbeitslosenversicherung, da sie in der Privat-Wirtschaft warscheinlich keinen Job mehr finden würden.
    M.f.G. S.Oldenburg

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