
Zugegeben: 50 Jahre alt darf ein Militärbiskuit eigentlich gar nicht werden. Höchstens 3 Jahre soll es gelagert werden können, so lautet die Vorgabe des Militärs an die Hersteller dieses beliebten Biskuits. Trotzdem kann von einem 50jährigen “Bestehen” gesprochen werden, denn 1959 übernahm das Militärbiskuit die Nachfolge des legendären “Bundesziegels”.
Das Militärbiskuit war einer jener Artikel, die dem Pflichtkonsum unterlagen, also von Fourieren bestellt und von Soldaten auch gegessen werden mussten. Immerhin: das Gewicht ist gering, der Energiegehalt jedoch hoch, er liegt bei 1900 Kilojoule pro 100 Gramm! Mehr als die Hälfte stammt aus besonderem Weizenmehl, im Übrigen ist das Backrezept wie vieles andere in Helvetiens Armee streng geheim.
Das Biskuit war und ist nicht nur bei Angehörigen der Armee sehr beliebt, sondern auch bei Kindern im Umfeld von Kursen der Truppe. Die Kinder haben sofort gelernt, den Fourier an den Gradabzeichen zu erkennen. Das war jener, der für die “Biskuit!”-Schreie der Kinder meistens Gehör hatte und ein paar dieser Dinger opferte.
Truppenintern wurde immer wieder gewitzelt über dieses relativ trockene Ding, von dem es hiess, dass es besonders gut brenne. Auf der Gegenseite gab es auch ganz gefreute Nutzungen des Militärbiskuits. So lässt sich ein Tiramisu herstellen, das sehr fein schmeckt. Wir haben das selber getestet, es ist eine Freude, in ein solches Dessert hineinzubeissen.
Die Armee ist zahlenmässig geschrumpft, deshalb wird bei Kambly auch bedeutend weniger produziert. 2010 sind es noch 700 000 Packungen zu 12 Biskuits – mehr nicht. Wird man das Biskuits dereinst unter Denkmalschutz stellen?





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