Es geht wieder was in Sachen Google Street: Hanspeter Thür, der eidgenössische Datenschutzbeauftragte, fordert unter anderem von Google, dass Gesichter und Autonummern vollständig unkenntlich gemacht werden. Aufnahmen aus Privatstrassen sollen gelöscht werden, wenn keine Einwilligung vorliegt. Auch der Anonymisierung im Umfeld heikler Einrichtungen wie Spitäler, Schulen oder Gefängnissen müsse besondere Beachtung geschenkt werden.
Trotz zusätzlicher Massnahmen von Seiten des Anbieters Google werde dem Schutz der Privatsphäre nicht in allen Fällen Genüge getan, hält der Eidgenössische Datenschutzbeauftragte zum Internet Tool fest. So hätten eigene Recherchen «zahlreiche problematische und nicht genügend anonymisierte Bilder zu Tage gebracht». Dazu gehörten Bilder aus Privatstrassen oder Gärten, die für Passanten nicht einsehbar seien, für die Kamera auf den Google-Autos aber sehr wohl.
Man habe im weiteren festgestellt, dass die Information «lückenhaft und geographisch zu unpräzis» gewesen sei. Diese Erkenntnisse seien Google mitgeteilt worden. Die von den Verantwortlichen vorgeschlagenen Verbesserungsmassnahmen hätten jedoch nicht zu überzeugen vermocht, schreibt Thür.
Aufnahmen von umfriedeten Orten wie Höfen und Gärten müssten entfernt und die Kameras auf den Google-Autos entsprechend niedriger montiert werden. Google müsse zudem eine Woche vor den Aufnahmen wie auch eine Woche vor deren Aufschaltung informieren, welche Städte und Dörfer betroffen seien. Thür verlangt schliesslich, dass Google «keine neuen Bilder von Schweizer Strassen aufschaltet, bis alle Rechtsfragen geklärt sind.»
Seit der Aufschaltung des Dienstes Google Street View Mitte August seien bei ihm wie auch bei Google Switzerland zahlreiche Beschwerden eingegangen, teilte der Datenschutzbeauftragte mit. Die Hinweise betrafen fehlende Unkenntlichmachung von Gesichtern oder Autonummern. Lehnt Google ab, droht der Datenschützer mit dem Bundesverwaltungsgericht. Zur Vorgeschichte vgl. Winfuture.
Street View erweitert Google Maps. Anschauen kann man sieben Schweizer Städte. Das Tool wird in der Öffentlichkeit kontrovers beurteilt, die einen möchten es am liebsten verbieten, während die andern es ausbauen möchten.
Massnahmenpaket: Google reagiert
Google hat darauf reagiert. Das Unternehmen will Gesichter und Autokennzeichen jetzt stärker verwischen, heisst offenbar im Paket, das Google dem Datenschützer unterbreitet hat. Thür werde das Vorschlagspaket nun überprüfen, sagte Peter Fleischer von Google an einer Telefonkonferenz.
Bereits Anfang letzter Woche hatten in Bern zweitägige Gespräche zwischen Thür und Google stattgefunden. Thür hatte zuvor die Verschlüsselungssoftware von Google als ungenügend bezeichnet und mit rechtlichen Schritten gedroht. Am vergangenen 21. August forderte er Google sogar auf, Street View unverzüglich vom Netz zu nehmen. Die Verwischung von Gesichtern und Autokennzeichen werde nun deutlich verbessert, versicherte Fleischer. Man habe sehr hart daran gearbeitet, die spezifischen Bitten des Schweizer Datenschützers zu erfüllen, die erst nach dem Start von Street View an Google gerichtet worden seien. Google sei davon überzeugt, dass Street View vollkommen legal sei. Street View wurde laut Fleischer in den zwei Wochen seit seiner Einführung in der Schweiz sehr populär.
Bei den Gesichtern werden die Verbesserungen laut Fleischer zuerst in der Schweiz eingeführt, später auch in andern Ländern. Die bessere Verwischung von Kontrollschildern betreffe nur die Schweiz, da sie grössere Kennzeichen habe als andere Staaten. Die Verbesserungen würden innert ein paar Wochen realisiert. Fleischer kündigte weiter an, es werde ein noch detaillierterer Fahrplan der Google-Kameraautos veröffentlicht. Die Informationen über den Zeitplan der Fahrten würden verbessert.






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