«Kassensturz» deckt auf: Ärzte und Apotheken lassen sich von der Pharmaindustrie dafür bezahlen, dass sie ihren Patienten teure Medikamente verschreiben. Die Zeche zahlen die Prämienzahler. «Kassensturz» zeigt, mit welchen Tricks die Pharmaindustrie ihre Medikamente in den Markt drückt.
Trick 1: Die Ärzte werden von Pharmafirmen aufgefordert, zu bestimmten Medikamenten banale Erhebungsbogen auszufüllen, für die ein Honorar winkt. Beispiel “Drossapharm”: für zehn ausgefüllte Fragebögen zum Venenmittel Lyman werden CHF 500 ausbezahlt.
Trick 2: Rabatte. Beispiel Winthrop: Diese Generika-Firma machte ein Angebot für Apotheken. Wer fünf Packungen kaufte, bekam eine gratis – klar ein Bonus für den Apotheker, aber eine Verletzung des KVG. Das ist laut Felix Schneuwly vom Krankenkassenverband Santésuisse illegal, den Versicherten entgingen jährlich total 400 Millionen Franken. Der Prämienzahler wird also betrogen.
Dagegen wirkte die Aussage des FMH-Präsidenten Jacques De Haller überaus hilflos, die Ärzte hätten das alles im Griff. Die Zuschauerinnen und Zuschauer werden ohne Zweifel Professor Bernhard Lauterburg mehr Glauben geschenkt haben. Professor Lauterburg vom Institut für Klinische Pharmakologie an der Universität Bern sagte unmissverständlich, dass sich Ärzte von der Industrie einspannen liessen.
Das Thema ist alt, es wird sich unzählige Male weiterdrehen, weil der “Kassensturz” leider nicht dort einhakt, wo die Befolgung des KVG erzwungen wird. Da bleibt das Schweizer Fernsehen wie praktisch immer auf der Strecke.






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