Der Infodienst LEL in Schwäbisch Gmünd (Landwirtschaft – Ernährung – Ländlicher Raum) äussert sich auf seiner Website zum Fruchtzucker und warnt vor unüberlegtem Konsum. Dieser Text stammt von Sarah Bachmann.
Fruchtzucker (Fruktose) ist Inhaltsstoff vieler Obst- und Gemüsearten und gilt im Allgemeinen als gesund. Von diesem positiven Image wollen Hersteller profitieren, die ihre Produkte mit Aussagen wie „ohne Kristallzucker“ oder „mit der Süße aus Früchten“ bewerben. Doch ein Zuviel an Fruktose kann negative Auswirkungen haben.
Fruktose wird im Körper anders verstoffwechselt als Glukose (Traubenzucker). Nach dem Konsum von Glukose wird Insulin ausgeschüttet. Insulin bewirkt, dass Glukose in der Leber als sogenanntes Glykogen gespeichert und das Sättigungssignal ausgelöst wird.
Fruktose führt hingegen zu keiner Insulinausschüttung und das Hungergefühl wird nicht gestoppt.
Außerdem wird Fruktose leichter in Fett umgewandelt, da sie nicht in der Leber gespeichert werden kann. Das überschüssige Fett wird u. a. in den Fettdepots der Haut und der Organe abgelagert. Zuviel Fruktose kann die Wirkung von Insulin einschränken, im Fachjargon als „Insulinresistenz“ bekannt. Fruktose kann auch den Harnsäurespiegel erhöhen, was auf lange Sicht gesehen ein erhöhtes Risiko einer Gichterkrankung darstellt.
Diese negativen Auswirkungen treten auf, wenn ein Überangebot an Fruktose besteht. Große Mengen von gelöstem Fruchtzucker z.B. aus Fruchtsäften oder mit Fruktose gesüßten Getränken kombiniert mit anderen Lebensmitteln mit Fruktose-Zusatz können das Gleichgewicht im Körper stören.
Ein hoher Verzehr an Obst und Gemüse, wie er von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. empfohlen wird, hat dagegen positive Auswirkungen. Der Fruchtzucker ist hier in Zellen und Fasern eingeschlossen und wird nur langsam aus dem Darm ins Blut abgegeben.
Manche Personen leiden insbesondere nach dem Verzehr von Obst oder Saft an Magen-Darm-Beschwerden. Das kann ein Hinweis auf eine Fruktose-Unverträglichkeit (Fruktose-Malabsorption) sein. Bei dieser „Malabsorption“ ist der Transport von Fruktose aus dem Dünndarm gestört. So gelangt sie in den Dickdarm, wo sie von Bakterien abgebaut wird. Die Folgen sind Blähungen und Durchfälle. Der Transport kann auch durch den Zuckeralkohol Sorbit blockiert werden. Dieser ist in manchen Früchten enthalten, wird aber auch von der Lebensmittelindustrie als Zuckeraustauschstoff (E 420) eingesetzt.
Menschen mit Fruktose-Malabsorption sollten weniger Lebensmittel mit Fruktose und Sorbit essen. Ein kompletter Verzicht ist nicht nötig, denn durch Kombination mit Glukose ist Fruktose besser verwertbar. Außerdem werden geringe Mengen vertragen, die individuell ausgetestet werden müssen.
Fruktose wird in der Lebensmittelindustrie gerne zum Süßen verwendet, da sie eine 20 % höhere Süßkraft hat als der übliche Haushaltszucker (Saccharose) und die Herstellung aus Mais kostengünstig ist. Fruchtzucker wird zunehmend bei der Herstellung von Getränken, Joghurts, Fertigpuddings, Eis, Müsliriegeln und anderen Lebensmitteln eingesetzt. In der Zutatenliste finden sich Begriffe wie Fruktose, Fruktose-Glukose-Sirup oder Glukose-Fruktose-Sirup. Anders als bei Obst und Gemüse liegt Fruktose in diesen Lebensmitteln in gelöster Form vor und gelangt sehr schnell ins Blut.







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1 Smoothies erobern den Getränkemarkt | K A S S E N S T U R Z B L O G // Apr 17, 2009 at 11:08
[...] Mehr darüber im Beitrag Warnung vor Fruchtzucker. [...]
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