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UBS: mit Villiger kehrt das Vertrauen zurück

März 4th, 2009 · 2 Kommentare

Kaspar VilligerWie am 4. März 20o9 frühmorgens in der NZZ und in andern Medien gemeldet wird, löst alt Bundesrat Kaspar Villiger bei der UBS Peter Kurer als Verwaltungsratspräsident ab. Das ist eine glückliche Nachricht für alle, die mit Angst und Entsetzen die Entwicklung der grössten Schweizer Bank mit internationalem Renommé verfolgt haben.

Der Wechsel soll an der Generalversammlung vom 15. April 2009 erfolgen. Villiger (Jg. 1941) ist eine absolut integre Persönlichkeit und zeichnet sich durch intelligente, klare Sicht der Dinge aus. Er hat im Bundesrat von 1989 bis 2003 eine vortreffliche, überzeugende Rolle gespielt, was man auch von seiner parlamentarischen Tätigkeit vor 1989 – auf Stufe Bund und Kanton Luzern – sagen kann. Er war zuerst Verteidigungs-, dann Finanzminister des Landes.

Ein Zitat aus jener Zeit, an das er sich bei seiner Wahl an die Spitze des Verwaltungsrates der UBS erinnern wird: “Das Bankgeheimnis ist nicht verhandelbar.” Das schräge, aber deshalb noch lange nicht intelligente Blog Hosenindosen zeigt sich deshalb gespannt, wie Villiger, der im Blog als “Idiot des Tages” verunglimpft wird, das anstellen werde.

Dem Verwaltungsrat der UBS hat Villiger bisher nicht angehört – kein Nachteil, wie sich denken lässt. Hingegen gehört er den Verwaltungsräten von Swiss Re und Nestlé an, auch das lässt ihn als Schwergewicht erscheinen. Bis zu seinem Amtsantritt als Bundesrat war Villiger Mitglied des Verwaltungsrates der NZZ gewesen.

Wenn Kurer abtritt, geht eine belastete Person von der Bühne. Kurer war in der Zeit Ospels Chefjurist der UBS geworden und exponierte sich in der leidigen Steueraffäre in den USA, auch wenn man ihm keinerlei Verfehlungen wird anlasten können. Das US-Justizdepartement kritisiert die seines Erachtens ungenügende interne Untersuchung in Sachen Steuerhinterziehung. Kurer soll als Chefjurist der UBS den US-Behörden wissentlich Informationen über die Steuerhinterziehung verschwiegen haben. Dem widerspricht die UBS. Details lassen sich auf der NZZ-Website (4.3.2009) nachlesen.

Die Nomination Villigers erledigt auch gleich ein paar Gerüchte. So etwa jene um Joe Ackermann, den Chef der Deutschen Bank, der als Nachfolger Kurers gehandelt worden war. So hatte Prof. Thorsten Hens, Direktor des Swiss Banking Institute der Universität Zürich, von Ackermann gesprochen. Interessant: Hens sprach in jenem Interview davon, dass der Abgang von Kurer ein noch viel stärkeres Signal gewesen wäre als der Wechsel von Rohner zu Grübel.

Es lag deshalb auf der Hand, dass die Wahl Villigers im Internet sofort die Runde machte, so bei Adag Blog Services und natürlich in allen Medienportalen. Vom Worldtradeblog wird der gute Background Villigers hervorgehoben. Der Oehenblog spricht von einer “hervorragenden Besetzung”, warnt Villiger aber und empfiehlt ihm, um seine alten Freunde von der FDP einen grossen Bogen zu machen. Villiger bringe handfeste Erfahrungen als Geschäftsmann und Mitglied mehrerer Verwaltungsräte ein, kommentiert cnbc. Von einem Sympathieträger spricht Dschwerzmann, Kaspar Villiger werde sich aber erst noch beweisen müssen, vor allem Oswald Grübel gegenüber.

Immer wenn es brenzlig werde, hole man die Männer mit den Zigarren, meint Sirjoesardella mit Blick auf Villigers Tabakfirma. Unflätig meldet sich Winkelried zu Wort: “Jesses Gott, das hat uns noch gefehlt!” Ersatz einer unbekannten Niete durch eine bekannte, meint Winkelried, auf nicht gerade überwältigendem Kommentarniveau.

Tags: Unternehmen

2 Kommentare ↓

  • 1 tin // Mrz 4, 2009 at 12:20

    Wie lange braucht es, bis endlich eingesehen wird, dass eine “Rettung” nicht von einer Person allein gemacht werden kann? Aber ich bin da pessimistisch und denke: wohl nie. Die Katastrophe scheint systemimmanent.

  • 2 Dose E.S.K. // Mrz 4, 2009 at 15:24

    Ich mag die Bezeichnung “schräg, aber deshalb noch lange nicht intelligent”.
    Ich glaube, das lasse ich mir auf ein T-Shirt drucken.

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