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Für Frustopfer des “Kassensturz” und alle, die beim Konsumieren auch etwas denken

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Gute Feedbacks helfen, schlechte vergiften!

Februar 3rd, 2009 · 7 Kommentare

Hilfreiche FeedbacksFeedbacks sind verbale oder nonverbale Rückmeldungen innerhalb der Kommunikation unter Menschen. Wer diese kommunikative Chance nutzt, trägt wesentlich zur Qualität des Informationsaustausches bei. Wer schlechte Feedbacks abgibt, vergiftet die Atmosphäre. Hier deshalb ein paar Regeln für den Feedback-Geber:

1. Sofort unter Anwesenden: Feedbacks sollen möglichst umgehend übermittelt werden, unter Anwesenden und besser mündlich als schriftlich.

2. Konkret Veränderbares: Feedbacks sollen konkret sein und Veränderbares anvisieren.

3. Aufbauend konstruktiv: Feedbacks sollen aufbauend konstruktiv angelegt sein. So setzen sie eine gute Verarbeitung in Gang und drängen nicht in Verteidigung oder Gegenangriff. Mit “Feedforwards” wählt man die Fragemethode.

4. Ich-Botschaft: Feedbacks sollen als Ich-Botschaft übermittelt werden. So lassen sie andere Sichtweisen zu. Man-Botschaften tragen in sich den Keim der Manipulation, die Ich-Botschaft hingegen ist offen und fair. Ich-Botschaften verletzen nicht, und sie setzen den Feedback-Geber nicht ins Unrecht.

Dies alles sorgt für eine gute Feedback-Kultur. In der Quadratur der Nachricht betreffen Feedbacks übrigens nicht nur den erörterten Sachinhalt, sondern auch – und dies sehr häufig – die Beziehungsseite. Schlechte Feedbacks vergiften also das Klima.

Wer Feedbacks gibt, sorgt im Johari-Fenster dafür, dass die gemeinsame Plattform stärker und grösser wird. Mehr darüber im Skript Psychologie des Blogs Time4talks.

Was könnte an folgenden Feedbacks schlecht sein und wie liessen sie sich verbessern?

A Dozent zur Studentin: “Sie hatten keine Lust mitzuarbeiten.”

B Zuhörer nach dem Referat: “Sie habens gut gemacht!”

C Unternehmerin zum Journalisten: “Sie äusserten sich auch schon sehr negativ, was bei mir viel Ärger und bei unseren Kunden Kopfschütteln auslöste.”

D Besucherin nach dem Rundgang: “Wir haben Sie gut verstanden, weil Sie laut und deutlich sprechen.”

Tags: Allgemein

7 Kommentare ↓

  • 1 Chrigu G. // Feb 15, 2009 at 19:15

    A So ein Feedback trifft die Studentin sicher hart und wird sicher auch nichts dazu beitragen, dass die Lust für die Mitarbeit steigen wird. Der Dozent hätte besser gesagt: ,,Mich dünkte, dass Sie nicht so viel Lust hatten mitzuarbeiten. Gibt es dafür vielleicht einen Grund?’’

    B Dies finde ich nicht ein gutes Feedback, da es für mich zu wenig konkret ist. Besser wäre zum Beispiel: ,,Ich fand Ihr Referat sehr gut, vor allem wie sicher und frei Sie gesprochen haben.’’

    C Dies ist von mir aus eine klare Du-Botschaft, was ja für ein Feedback nicht geeignet ist. Die Unternehmerin sollte zum Beispiel besser sagen: ,,Ich habe bemerkt, dass Ihre negativen Äusserungen über unser Unternehmen bei unseren Kunden ein Kopfschütteln ausgelöst haben. Auch ich erfreue mich natürlich nicht gerade über solche negativ Aussagen, vor allem wenn sie der Wahrheit nicht entsprechen.

    D Besucherin nach dem Rundgang: “Wir haben Sie gut verstanden, weil Sie laut und deutlich sprechen.”

    An diesem Feedback habe ich nichts auszusetzen, dies ist ein Feedback das von meiner Sicht aus voll und ganz den Feedback-Regeln entspricht.

  • 2 Tony // Feb 17, 2009 at 19:46

    A:
    Das Feedback ist nicht in einer Ich-Botschaft, sondern als Tatsache verpackt, sozusagen als Feststellung. Es könnte zum Beispiel heissen: Ich hatte das Gefühl, dass Sie keine Lust hatten mitzuarbeiten.

    B:
    Das Feedback ist zwar gut gemeint, leider aber nicht sehr aussagekräftig. Der Zuhörer könnte zum Beispiel sagen: “Besonders gut gefallen hat mir der Teil, in welchem Sie das Publikum einbezogen.”

    C:
    Wenn sich die Unternehmerin an einem negativen Kommentar des Journalisten gestört hat, kann sie dies zwar zum Ausdruck bringen, was sie auch ganz gut gemacht hat. Aber sie sollte nicht für eine andere Partei sprechen, in diesem Fall ihre Kunden. Ein konkreter Verbesserungsvorschlag wäre bestimmt auch keine schlechte Idee.

    D:
    Positives Feedback, eigentlich auch gut gemeint, aber leider auch hier wieder nicht als Ich-Botschaft. Die Besucherin hätte sagen können: “Ich habe Sie sehr gut verstanden, weil Sie laut und deutlich sprachen, machen Sie weiter so.”

  • 3 Ronny // Feb 20, 2009 at 12:59

    A Dieses Feedback ist nicht in der Ich-Botschaft gesprochen. Der Dozent sollte darauf achten, dass er das Feedback als Ich-Botschaft ausspricht. So fühlt sich die Studentin weniger angegriffen, weil der Dozent nur sagt, was er findet. Er könnte auch etwas sagen, was die Studentin motiviert, beim nächsten Mal mit mehr Interesse dabei zu sein.

    B Mit diesem Feedback kann der Referent nichts anfangen. Es ist schön für sein Ego, jedoch hilft es ihm nicht sein Referat zu verbessern. Das Feedback macht keine Aussage über einen konkreten Veränderungsansatz.

    C Das Feedback muss immer sofort und in Anwesenheit des Angesprochen gemacht werden, nicht im Nachhinein. Dies ist hier nicht der Fall.

    D Die Aussage sollte in der Ich–Botschaft formuliert werden. Die Besucherin kann ja nicht für alle urteilen, was sie hier jedoch macht. Sie sagt „wir“, das trifft unter Umständen nicht auf alle Besucher zu. Das Feedback ist aufbauend. Eventuell könnte im Unterton die verdeckte Botschaft sein: „Sie könnten auch etwas leiser sprechen, man würde Sie immer noch verstehen.“

  • 4 Roger Dähler // Feb 22, 2009 at 12:55

    A: Der Dozent hätte es sofort während der Arbeit sagen sollen. Zudem finde ich, dass die Aussage des Dozenten eine Unterstellung ist. Nach der Feedback-Regel 3 hätte er die Aussage so formulieren müssen: “Ich habe das Gefühl, dass Sie keine Lust zum Mitarbeiten haben.”
    B: Dieses Lob ist zwar schön für den Referenten, es nützt ihm jedoch wenig. Das Feedback des Zuhörers ist zu wenig konkret, er sollte ihm sagen, was er denn so gut gemacht hat und was ihn begeisterte.
    C: Warum sagt es die Unternehmerin erst jetzt? Feedbacks sollten sofort formuliert werden, man darf auch ruhig seine Gefühle dem Gegenüber mitteilen.
    D: Dieses Feedback finde ich richtig gut. Die Besucherin sagte es sofort nach dem Rundgang und sie war sehr konkret in ihrer Aussage. Ein kleiner Schönheitsfehler ist das “Wir”. Wenn sie es vorher mit einer anderen Person abgesprochen hat, ist es noch gerade ok. Trotzdem sollte ein Feedback immer in der Ich-Botschaft übermittelt werden.

  • 5 Reto Kobel // Feb 23, 2009 at 18:33

    A Das Feedback kommt zu spät. Es muss sofort kommen. Besser wäre: “Für mich sieht es so aus, als
    hätten Sie keine Lust mitzuarbeiten.”

    B Dieses Feedback ist nicht konkret. Ein direkter Bezug auf den Inhalt oder die Sprache wäre besser.
    Ohne konkrete Angaben kann der Bewertete auch keine Veränderungen vornehmen.

    C Die Aussage der Unternehmerin wirkt verteidigend und unkompetent. Sie sollte zu ihrer Meinung stehen
    oder mit einer brisanten Gegenfrage antworten.

    D Es handelt sich hier nicht um eine Ich-Botschaft. Besser wäre: “Sie sprechen laut und deutlich, ich
    habe Sie gut verstanden.”

  • 6 André .M // Feb 24, 2009 at 14:14

    A: “Ich denke, wenn Sie mit mehr Lust mitarbeiten würden, wäre das Ergebniss besser.”

    B: “In meinen Augen haben Sie Ihre Sache gut gemacht.”

    C: “Mich verärgert Ihre sehr negative Äusserung.”

    D: “Ich habe Sie sehr gut verstanden, weil Sie so laut und deutlich sprechen.”

  • 7 christian a // Mrz 5, 2009 at 14:02

    A Dozent zur Studentin: “Sie hatten keine Lust mitzuarbeiten.”
    Das Feedback sollte als Ich-Botschaft übermittelt werden. Hier wird es eher als Vorwurf oder als eine Tatsache ausgesprochen.
    Das Feedback hätte besser umgehend, also während der angesprochenen Arbeit, übermittelt werden sollen.
    Besseres Beispiel: „Ich finde Sie sind nicht so motiviert, haben Sie keine Lust an dieser Arbeit?“

    B Zuhörer nach dem Referat: “Sie habens gut gemacht!”
    Dieses Feedback ist nicht konkret, auch nicht konstruktiv. Es schmeichelt zwar dem Referenten, setzt jedoch keine Verarbeitung in Gang.
    Besseres Beispiel: „Ich fand Ihr Referat sehr packend. Besonders hat mir die spezielle Darstellung im zweiten Teil gefallen, ebenfalls finde ich, Sie treten sehr selbstbewusst auf und haben eine sehr gute Sprache.“

    C Unternehmerin zum Journalisten: “Sie äusserten sich auch schon sehr negativ, was bei mir viel Ärger und bei unseren Kunden Kopfschütteln auslöste.”
    Das Feedback sollte möglichst umgehend und konkret übermittelt werden. Hier nimmt die Unternehmerin klar Bezug auf Unbekanntes aus der Vergangenheit. Es handelt sich um eine Du-Botschaft, was ebenfalls ungünstig ist. Zusätzlich spricht sie im Namen der Kunden, sie nimmt sich so aus der Schusslinie.

    D Besucherin nach dem Rundgang: “Wir haben Sie gut verstanden, weil Sie laut und deutlich sprechen.”
    Das Feedback wird umgehend und konkret übermittelt. Leider aber wieder als Ich-Botschaft.
    Besseres Beispiel: „Ich habe Sie sehr gut verstanden, weil Sie laut und deutlich gesprochen haben.“

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