Nach seinem Beitrag vor Wochenfrist heizt der “Kassensturz” wieder tüchtig nach, diesmal mit Hinweisen auf das Preisniveau. Nach dem Rekordhoch im Juli war ja der Rohölpreis massiv gefallen. Viele verhielten sich schlau und warteten mit dem Heizölkauf zu. Doch sind die Heizölpreise immer noch unverhältnismässig hoch, sagt der «Kassensturz». Er erklärt warum und gibt Tipps für den Einkauf. Reichlich spät, finden wir, Mitte November, wenn die Tanks zweifellos schon gefüllt sind!
Die Preise findet man traditionsgemäss bei der Erdöl-Vereinigung. Die EV stützt sich dabei auf das Bundesamt für Statistik. Das BFS hielt in seiner Medienmitteilung vom 4. November fest, dass der Index für “Wohnen und Energie” im Oktober insgesamt (!) stabil blieb. Innerhalb dieser Indexgruppe zeichneten sich jedoch gegenläufige Bewegungen ab. Die Preise für Heizöl gingen zurück, nämlich um 5,3 Prozent (Stichtage: 1. und 14. Oktober). Die Preise für Gas, Elektrizität und Fernwärme stiegen jedoch an, beim Gas waren es sogar 10,5 Prozent! – Der gesamte Landesindex der Konsumentenpreise stieg im Oktober um 0,5 Prozent, die Jahresteuerung betrug 2,6 Prozent. – Der Verbrauch wird vom Bundesamt für Energie erhoben.
Was nun aber ist in den “Kassensturz” gefahren – er hat hinzugelernt! Er überlässt nicht nur Rolf Hartl von der Erdöl-Vereinigung des Wort, er bietet auch Links zur EV und sogar zum Brennstoffhandel, zu Swissoil. Respekt, Respekt! Übrigens: Wer die Swissoil nur über die URL www.swissoil.ch sucht, landet – bei der Erdöl-Vereinigung. Die Nähe der beiden ist aber nachvollziehbar.
Weniger nachvollziehbar ist der dritte Tipp, den der “Kassensturz” den heizlustigen Hauseigentümern vermittelt: Sie sollen heute kaufen und sich ein Jahr später liefern lassen. Das ist nach dem Börsendebakel doch ein recht heikles Unterfangen. Wird der “Kassensturz” in einem Jahr darüber berichten, ob jene reingefallen sind, die seinem seltsamen Tipp gefolgt sind und verloren haben, weil der Heizölpreis inzwischen gesunken ist?
Einen fatalen Fehler leistete sich der “Kassensturz” beim Statement Hartl trotzdem. Dieser hat nämlich zu Recht dargelegt, dass von der Preissituation der Schweizer Brennstoffhandel kaum profitiere. Es profitieren laut Hartl “die Raffineure und die Anbieter auf den internationalen (!) Märkten”. Weshalb steht dann auf der “Kassensturz”-Website trotzdem, es profitierten die “einheimischen Märkte”?






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