Bankberater haben Kleinanlegern angeblich sichere Finanzprodukte aufgeschwatzt. Jetzt hat die Finanzkrise viele um ihr Geld gebracht und sie möchten ihr Geld zurück. «Kassensturz» zeigt, wie enttäuschte Anleger zu ihrem Recht kommen.
Dieser Beitrag hat die aktuelle Problematik des kleinen Verlierers sehr gut angepackt. Vor allem hat sie die täuschende Sicherheit von “100 Prozent Kapitalschutz” enttarnt und auf das Beratungsmanko hingewiesen. Aufgeschlossene Banken beraten nicht nur eingehender, sie lassen sich diese Beratung auch vom Kunden schriftlich attestieren. Nur so kann Vertrauen zum Bankinstitut geschaffen werden – ebenfalls ein aktuelles Thema, das eigentlich den Gesetzgeber zu einer Vorschrift veranlassen sollte.
In Schweigen hüllt sich die Grossbank CS, deren Verhalten immerhin als “fahrlässig” bezeichnet wurde. Und es ist ja auch deren Logo, was über den Lehman-Angeboten zu sehen war und vertrauensvoll zur Unterschrift führen sollte … Frage nun auch an den “Kassensturz”: Weshalb verschweigt der “Kassensturz”, dass die CS ein Abgeltungspaket beschlossen hat? Das konnte man ja in praktisch allen Medien lesen und hören, so auch im “Blick“.
Die CS schränkt etwas ein: Erstens müssen Reiche einen erlittenen Schaden selber tragen. Die Grenze liegt bei 500?000 Franken. Betroffen sind aber laut CS-Manager Kurzmeyer eher Kleinkunden mit bescheidenem Vermögen. Zweitens wird nur jenen geholfen, die einen Grossteil ihrer Ersparnisse oder sogar ihr ganzes Geld in Lehman-Papiere investierten. Je tiefer der Lehman-Anteil, desto weniger beteiligt sich die CS am Verlust. Wer weniger als die Hälfte des Vermögens in Lehman gesteckt hat, geht leer aus. Diese Regelung hätte doch der “Kassensturz” gut aufzeigen können, mit Verweis auf die eigene Website. Neu war das doch weiss Gott nicht!
Immerhin: Prof. Peter V. Kunz, Bern, hat klar aufgezeigt, was man als gesprellter Kleinanleger tun kann, nämlich zur Bank gehen, den Bankenombudsman aufsuchen, den Prozess riskieren – oder eben auf alles verzichten und darauf warten, ob von der Lehman-Pleite irgendein Batzen je einmal zurückfliessen wird. Übrigens: Der Bankenombudsman wird in Sachen Lehman Brothers so häufig angegangen, dass er auf seiner Website einen besonderen Weg dafür gewiesen hat! Der Ombudsman nimmt hier nur Post entgegen, wenn die Bank ohne Erfolg kontaktiert worden ist und zudem weitere Anforderungen erfüllt sind.
Wenn Sie dieser Weg abschreckt, können Sie sich ja immer noch bei Dagobert und Benedikt schlauer machen. Schlauer werden sollte man auf jeden Fall, den die Finanzmarktkrise ist noch längst nicht ausgestanden.
Interessanter Hinweis auf dem comblogger: Die grossen Gewinner der grossen Krise sind die Performance-Marketing-Agenturen!






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