Kassensturz, Kassensturzblog, Ronald Roggen

K A S S E N S T U R Z B L O G

Für Frustopfer des “Kassensturz” und alle, die beim Konsumieren auch etwas denken

K A S S E N S T U R Z B L O G header image 2

Kassensturz vom 3.6.2008: Getty Images

Juni 2nd, 2008 · Kommentare

Webfotos

Thema: Wer sich für seine Homepage ein Foto vom Netz herunterlädt, riskiert eine überrissene Honorarforderung. Jetzt spürt eine grosse Bildagentur ihre Fotos im World Wide Web auf und verschickt überrissene Rechnungen wegen unerlaubter Bildnutzung – auch Kleingewerbler sind betroffen. «Kassensturz» sagt, ob solche Forderungen gerechtfertigt sind. So hat der “Kassensturz” den Beitrag angekündigt.

Diese Thematik gewinnt tatsächlich an Bedeutung, es hat längst die Inhalte der einschlägigen Bücher und Zeitschriften erreicht und wird hier mit grosser Regelmässigkeit aufgegriffen. Aber in die Breite gewirkt haben diese Imprimate natürlich nicht.

Deshalb war der Zugriff des “Kassensturz” sicher gerechtfertigt. Was Fachleute, beispielsweise Medienschaffende und Grafiker, längst wissen, sollten des populären Internets wegen doch alle erfahren.

Der Beitrag vom 3. Juni 2008 ist sehr gut gelungen.

Die gezeigten Fälle: Personen, die in den Sparten Akupunktur, bezw. Zahnprotetik tätig sind, haben im Internet ein Bild heruntergeladen, dessen Rechte bei der Agentur Getty Images liegen – klar, dass diese Agentur nun eine Rechnung schicken darf. Interessanter Hinweis durch “Kassensturz”: Die Agentur senkt, wenn man die erste Rechnung nicht bezahlt, den Betrag von 2050 schrittweise auf die Hälfte.

David Rosenthal, Lehrbeauftragter an der Universität Basel, hat zu Recht klargelegt, dass bei privatem Fotogebrauch nichts zu bezahlen ist, bei Gebrauch im öffentlich zugänglichen Internet jedoch schon. Deshalb sind beide Rechnungen rechtlich durchsetzbar.

Diese Situation ist überaus häufig, und deshalb war die “Kassensturz”-Aufklärung ausgesprochen sinnvoll. Sie war auch sehr plastisch dargestellt und leicht verständlich.

Nützlich wäre es noch gewesen, der “Kassensturz” hätte die URL des Forums irgendwo deponiert, zum Beispiel im Internet. Ein solches Forum könnte ja betroffenen Zuschauern weiterhelfen. Es gibt auch eine Website, welche die Abmahnwelle bekämpften hilft. Davon abgesehen hält die Textinformation auf der Website des “Kassensturz” die Aussagen ganz klar fest – sehr gut gemacht!

Inzwischen sind verschiedene Branchenverbände dazu übergegangen, ihre Mitglieder zu warnen, dies nicht nur in der Schweiz, sondern – wie ich beobachte – auch in Deutschland. Sogar deutsche Frisöre wurden aufgefordert, ihre Websites rechtzeitig in Ordnung zurecht zu stutzen …

Unerwähnt blieb, dass die “Abmahnwelle”, von der die Bildgeschichte nur einen Teil darstellt, noch ganz andere Dinge betreffen kann. So können in vielen Ländern Forderungen entstehen, wenn auf der Website das Impressum fehlt oder mangelhaft angelegt ist (Zugänglichkeit, Telefonnummer, usw.). Für Opfer von Abmahnungen gibt es übrigens bereits Vereine!

Ein anderes dankbares Thema für den “Kassensturz” wäre das der Image-Schäden durch Webauftritte: Was machen Personen, von denen schlimme Textaussagen oder zwar wahre, aber rufschädigende Bilder im Internet “herumhängen” und eben auf Jahre hinaus hängen bleiben. Hier hat sich bereits eine Beratungssparte etabliert, die Fälle sind derart zahlreich geworden.

Tags: "Kassensturz"-Beiträge

Kommentare ↓

  • Es gibt keine Kommentare bis jetzt...Trete Sachen weg, die vom Formular runterfallen.

Hinterlasse einen Kommentar