Thema: Die doppelwandige Durotherm-Pfanne explodierte und beschädigte die ganze Küche. Das ist bereits der zweite Fall, über den “Kassensturz” berichtet. Pfannen-Herstellerin Kuhn-Rikon hält ihr Geschirr immer noch für sicher. Doch jetzt überprüfen die Behörden die Sicherheit dieser Pfanne. Soweit die Ankündigung durch den “Kassensturz”.
Dass der “Kassensturz” nach dem ersten Vorfall 2007 bei Irene Leuenberger wieder aktiv wurde, war sicher legitim. Auch den Ausdruck “Bombe” für das, was beim Vorfall 2008 explodierte, muss man zulassen.
Ein totaler Missgriff war das Verhalten des “Kassensturz” jedoch der Firma Kuhn-Rikon gegenüber. Schon am Morgen vor der Erstausstrahlung des “Kassensturz”-Beitrags gab das Unternehmen eine Stellungnahme ab, in der es den Vorfall bedauert. Aus dieser Stellungnahme hat der “Kassensturz” zitiert. Leider zitierte er jene Stelle nicht, die wir am interessantesten finden, nämlich einen Hinweis des Unternehmens auf seine Bemühungen um Abklärung des neusten Falles: “Wir konnten weder mit dieser Person sprechen, noch das betroffene Kochgeschirr in unserem Labor untersuchen.” Kuhn-Rikon habe das Kochgeschirr bei der Beratungsstelle für Unfallverhütung (BfU) besichtigen können. Das Unternehme habe volles Vertrauen in die BfU und werde dieser bei der Klärung des Vorfalls in jeder gewünschten Form behilflich sein.
Seit Dienstagabend erst weiss das Unternehmen, dass der Geschädigte Engelbert Spörri heisst. Dieser hätte Kuhn-Rikon erklären können, ob er sich an die Vorgaben des Herstellers gehalten hat oder nicht. So aber blieb das Unternehmen wehrlos – und genau diese Position finden die “Kassensturz”-Leute lustig, möglicherweise als einzige. Wir finden, der “Kassensturz” habe sich ausgesprochen unfair und unanständig verhalten.
Ein solcher Fall wie der 2008 geschehene kann nach Kuhn-Rikon nur eintreten, wenn durch unsachgemässen Umgang mit dem Durotherm Flüssigkeit in den Hohlraum der Pfanne gelangt ist. Davor warne die Gebrauchsanleitung ausdrücklich. Seit Beginn des Vertriebes 1977 habe Kuhn-Rikon 4 Vorfälle mit Verbrennungen registriert, dies bei einer Million verkaufter Kochgeschirre. – Das Wichtigste ist im Papier Sicherheitshinweise und Warnungen festgehalten. Da reicht es nicht, wenn Ueli Schmezer in süffisanter Weise von den “Bläterli” spricht, die beim Testen der Pfanne erkannt werden können. Das hätte getrost ernsthafter präsentiert werden können. Und das Publikum hätte, wäre Kuhn-Rikon rechtzeitig einbezogen worden, endlich erfahren, ob Engelbert Spörri selber Fehler gemacht hat oder nicht.
Der Sprecher der BfU, der von Verkaufsverbot sprach, war nicht etwa der Vertreter eines Bundesamtes, wie die Legende fälschlicherweise suggerierte. Die BfU ist nämlich eine Beratungsstelle, nicht ein Bundesamt. Sowas müsste der “Kassensturz” richtigstellen, er hat ja auch die Falschangaben von Comparis über die Versicherungsprämien der “Vaudoise” korrigiert. – Interessant übrigens, wie sich die Leute im Meinungsforum des “Kassensturz” für die Pfanne wehren.





1 Kommentar ↓
1 Ronald Roggen // Jun 3, 2008 at 09:05
Von Robert Nyffenegger (BfU) haben wir folgende Mitteilung erhalten:
Die bfu hat als zuständiges Marktkontrollorgan ein nachträgliches Kontrollverfahren in Rahmen des Bundesgesetzes über die Sicherheit von technischen Einrichtungen und Geräten eingeleitet. Wir dürfen keinen Einblick in ein laufendes Verfahren gewähren und nehmen deshalb nicht weiter Stellung.
Freundliche Grüsse
Robert Nyffenegger
Kontrollorgan STEG
bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung
Bern
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