Thema: Sicherheit sei ihr oberstes Gebot, betonen Fluggesellschaften. Doch für Kleinkinder gilt das nicht. Crashtests zeigen: Bei Turbulenzen, Startabbrüchen oder unsanften Landungen sind die Kleinsten ungenügend gesichert. Die Gurte erdrücken die Kinder, statt sie zu schützen.
Unser Eindruck: Es gibt sehr viele Kinder, die mitfliegen, und Kinder sind Emotionsträger. Also könnte der Bericht interessieren. Tut er aber nicht. Wie soll er auch, wenn selbst das Bundesamt für Zivilluftfahrt BAZL keine solchen Vorfälle kennt? Da hilft auch der wissenschaftliche und vor allem wissenschaftlich wirkende Crashtest nicht weiter. Das Publikum fühlt sich also nicht betroffen. Crash-Tests hat das Publikum schon in grosser Zahl gesehen, der von WDR und “Kassensturz” finanzierte Kinder-im-Flugzeug-Test war nicht besser als alle andern. Und auch nicht überraschender.
Selbst die gezeigten Flugzeugunglücke stellen die Betroffenheit nicht her, im Gegenteil. Soll ein Kind besser geschützt sein als ein Erwachsener, der in dramatischen Situationen praktisch “zertrümmert” wird und verbrennt?
Interessante Informationen zu den Kindersitzen finden sich auf der Website Flug-Hotel-Buchen.
Bleibt noch die kritisierte fehlende Aufklärung seitens der Airlines. “Fehlende Informationen” werden so häufig reklamiert, dass man sich fragen muss, was ein Durchschnittsmensch angesichts der herrschenden Informationsflut auch noch mit der Aufklärung über Kindersitze anfangen soll. Vor allem, wenn dieser Kindersitz eine weitere Sitzplatzbuchung kostet. Möglicherweise ist für Mama die Frage, ob der Baby-Schoppen die Kontrollen passieren wird, etwas wichtiger.
Nicht immer sind angeschuldigte Unternehmen (hier die Swiss), die nicht vor die Kamera treten wollen, “schuldig”. Das Wegbleiben ist meistens nur aus Sicht des Mediums “Kassensturz” ein Eingeständnis, aus Publikumssicht und erst recht aus rechtlicher Sicht ist das im vorliegenden Fall sicher nicht der Fall. Dann müssen die elektronischen Medien konsequenterweise darauf verzichten, nonverbal eine Schuldzuweisung wegen Nichterscheinens zu suggiereren, die sie verbal nicht riskieren wollen, weil dann Rechtsanwälte erscheinen. Dieser versteckte Seitenhieb ist hier glücklicherweise unterblieben.






Kommentare ↓
Es gibt keine Kommentare bis jetzt...Trete Sachen weg, die vom Formular runterfallen.
Hinterlasse einen Kommentar